Behandlungsverfahren bei unerfülltem Kinderwunsch

Je nach Ursache des nicht erfüllten Kinderwunsches stehen unterschiedliche Behandlungsmethoden zur Verfügung. Diese werden ganz individuell auf die jeweilige Situation des Paares und insbesondere auch der Frau von Spezialisten in Kinderwunsch-Zentren ausgewählt.

Medikamentöse Behandlung

Eine Möglichkeit der Behandlung ist die Ovulationsinduzierung. Hier ist es das Ziel,

den Einsprung der Frau zu unterstützen. Denn eine der wichtigsten Ursachen für unerfüllten Kinderwusch ist das Ausbleiben des Eisprungs. Dies häufig bei unregelmäßigen Zyklen der Fall. Die Medikamente, die in Form von Tabletten, Injektionen oder kleinen Pumpen verabreicht werden, helfen einen Eisprung zu erreichen. Je nach Ursache des ausbleibenden Einsprungs, werden die Zusammensetzung des Medikamentes und die Dosierung vom Facharzt individuell für die Frau festgelegt.

 

In einigen Fällen kann eine erhöhte Produktion des Hormons „Prolaktin“ die Ursache des unerfüllten Kinderwunsches sein. Auch hier gibt es inzwischen Medikamente, die zu einer Absenkung des Prolaktin-Hormons führen.

 

Weitere Medikamente, die vom Spezialisten verordnet werden, sind sogenannte GnRH-Agonisten oder – das Gegenteil – GnRH –Antagonisten. Darüber hinaus stehen eine Reihe weiterer Hormon-Präparate zur Verfügung.

Hier bedarf es der Erfahrung des Spezialisten, die richtige Substanz mit der richtigen Dosierung auszuwählen

 

Operationen

In einigen Fällen ist auch eine operative Behandlung notwendig. Hierbei handelt es sich häufig jedoch nicht um eine eigentliche Behandlung, sondern um diagnostische Maßnahmen zur Erkennung der Ursachen der Kinderlosigkeit.

Im Sinne einer Behandlung sind u.a. Operationen an den Eileitern möglich. Dabei werden u.a. auch Eileiter-Verklebungen aufgelöst

 

Assistierte Reproduktion

Diese Behandlungsart wird häufig auch als „künstliche Befruchtung“ bezeichnet.

Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen

Intrauteriner Insemination (IUI) und Invitro-Fertilisation (IVF) und intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Bei der IUI werden ausgewählte Samenzellen in die Gebärmutter eingeführt. Häufig erfolgt dabei eine unterstützende Behandlung mit ovulationsfördernden Medikamenten. Die Insemination findet kurz vor dem eigentlichen Eisprung statt.

Die IVF-Behandlung läuft grundsätzlich nach folgendem Schema ab:

Zunächst wird durch eine medikamentöse Behandlung eine Ovulationsunterstützung vorgenommen. Dann werden Eizellen mittels einer Punktion entnommen. Diese Eizellen werden dann im Labor mit den Samenzellen verbunden. Dann werden ein oder zwei Embryonen in die Gebärmutter gebracht, wo sie sich dann – wie bei einer Schwangerschaft ohne Unterstützung einnisten.

Die ICSI läuft im Grunde gleich ab wie die IVF-Behandlung.  Allerdings erfolgt die Verbindung von Eizellen und Spermien im Labor auf anderem Wege. Hier wird eine ausgewählte Samenzelle direkt im Ei untergebracht (bei der IVF schwimmen mehrere Tausend Spermien ungesteuert in Richtung Eizelle und eine dringt dann ein).

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Behandlungsverfahren bei unerfülltem Kinderwunsch. Neben der rein medikamentösen Behandlung sind oft assistierte Reproduktionsmethoden notwendig. Diese werden von Fachärzten in Kinderwunsch-Zentren durchgeführt.

Stand:10.2010