Diagnose Krebs – und was man selbst tun kann

Die Diagnose „Krebs“ verändert das Leben eines Menschen schlagartig und oft sehr drastisch. Während die Therapie hauptsächlich in den Händen der behandelnden Ärzte liegt, kann der Patient auf die Zeit nach der Therapie selbst den größten Einfluss nehmen. Häufig stehen Fragen nach einer neuen Lebensführung im Vordergrund: Was kann ich selbst tun, damit die Erkrankung nicht wieder neu auftritt? Kann und soll ich so weiter leben wie vor der Diagnose? Wohin mit meinen Ängsten? Wie ernähre ich mich optimal?

Gegen die Angst hilft, sich zu informieren

  • Angst ist die häufigste Reaktion, wenn eine Krebserkrankung erkannt wird, denn Krebs stellt in vielen Fällen eine existenzielle Bedrohung dar. Das ist menschlich und normal. Ängste können sehr unterschiedliche Ursachen haben: die Ungewissheit, wie weit die Erkrankung schon fortgeschritten ist, die Angst vor weiteren Befunden beim nächsten Arzttermin, die Angst vor schweren medizinischen Eingriffen. Angst kann aber auch durch mangelnde Informationen entstehen. Deshalb ist es wichtig mit dem Arzt zu sprechen oder sich in psychosozialen Krebsberatungsstellen zur Krankheit beraten zu lassen. Informationen reduzieren die Unsicherheit.

Ein Ventil für Gefühle schaffen

  • Gefühle von Verzweiflung, Schmerz oder Wut sind normale Reaktionen und deshalb sollte man sie auch herauslassen. Das wirkt meist entlastend sowie befreiend und vermindert innere Spannungen. Gefühle lassen sich auf ganz unterschiedliche Weise ausdrücken, z. B. durch Tanzen, Malen, Bewegen, Singen, Walken, Radfahren, etc. Auch Entspannungstechniken bieten eine gute Möglichkeit, innere Anspannungen und Ängste abzubauen. Sie können – regelmäßig angewendet – zu psychischer Ausgeglichenheit und zu mehr Lebensqualität führen.
  • Auch das Schmerzerleben lässt sich durch Entspannungsübungen positiv beeinflussen. Beispiele für Entspannungstechniken sind autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen. Es ist sinnvoll, diese Techniken unter Anleitung zu erlernen. Volkshochschulen oder Krankenkassen bieten regelmäßig entsprechende Kurse an. Auch werden bei speziellen therapeutischen Gruppenangeboten für Krebspatienten Entspannungstechniken eingeübt.

Gesunde Ernährung

  • Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung verbessert den Gesundheitszustand und steigert die Abwehrkräfte. Viel Obst und Gemüse, wenig rotes Fleisch (z. B. Schwein, Rind), dafür Fisch und Geflügel sind für Patienten mit Krebs sehr zu empfehlen.
  • Die Nahrung sollte frisch zubereitet sein und möglichst wenig Konservierungsstoffe und künstliche Aromastoffe enthalten. Wer sich unsicher ist in Bezug auf eine vollwertige Ernährung, sollte sich durch eine Ernährungsberaterin schulen lassen oder an speziellen Kursen über vollwertige Ernährung teilnehmen. Diese werden beispielsweise von Volkshochschulen, Krankenkassen oder Ernährungsberatungsstellen angeboten.
  • Nicht vertrauen sollte man dagegen speziellen Krebsdiäten, die einen bereits bestehenden Tumor aushungern lassen sollen. Die Wirksamkeit solcher und ähnlicher Diäten konnte bislang nicht belegt werden. Häufig handelt es sich dabei auch um einseitige Ernährungsformen, die den Körper eher schwächen, als dass sie nützen.
  • Vorsicht ist vor hochdosierten Vitaminpräparaten und Nahrungsergänzungsmitteln geboten: Es gibt keine Hinweise, dass sich eine zusätzliche Einnahme synthetischer Nahrungsergänzungsmittel positiv auf eine Krebserkrankung auswirkt.

Bewegung und Sport

  • Bewegung und Sport beeinflussen den Krankheitsverlauf bei Krebs positiv. Daher sollte jeder an Krebs Erkrankte sich nach seinen Möglichkeiten bewegen und Sport treiben. Im Krankenhaus geschieht dies in Form der Physiotherapie, welche in der Reha-Klink fortgesetzt wird. Diese beinhaltet meist schon erste sportliche Elemente.
  • Zuhause ist es sinnvoll, sich einer speziellen Gruppe oder einem Sportverein anzuschließen. Denn gemeinsam aktiv zu werden hebt die Stimmung, motiviert, auch wenn man mal keine Lust hat und steigert die körperliche Leistungsfähigkeit. Wer lieber für sich bleibt, kann auch zuhause mit kleinen Übungen beginnen, den täglichen Spaziergang langsam ausdehnen oder mit dem Rad kleinere Touren machen.

Alternative Therapien

  • Jeder Patient wird irgendwann auf die Frage sogenannter alternativer Therapien stoßen. Viele dieser Angebote kosten den Patienten eine Menge Geld, aber haben kaum Aussicht auf Erfolg.
  • Wenn trotzdem der Wunsch nach einer solchen Therapie besteht oder sie gar geplant ist, so sollte der behandelnde Arzt informiert werden. Er wird zwar meist nicht dazu raten, weiß aber, ob es Aspekte gibt, die die Wirkung der eigentlichen Behandlung gefährden.
  • Informationen im Internet:

Nach Beendigung der Therapie kann ein Krebspatient selbst viel dafür tun, mit seiner Krankheit besser umzugehen. Vollwertige Ernährung, Sport oder das Erlernen von Entspannungstechniken können die Lebensqualität deutlich verbessern. Auch Gespräche helfen.