Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft führt der Frauenarzt regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen durch. Dabei kontrolliert er die Entwicklung des ungeborenen Kindes sowie die Gesundheit der Mutter. Auf diese Weise können eventuell auftretende gesundheitliche Probleme bei Mutter und ungeborenem Kind schnell erkannt und diesen frühzeitig entgegengewirkt werden.

Wann finden Vorsorgeuntersuchungen statt?

  • Zum ersten Mal sollte eine Frau zum Frauenarzt gehen, sobald sie weiß oder auch nur vermutet, dass sie schwanger ist. Die Vorsorgeuntersuchungen finden dann regelmäßig alle vier Wochen statt. Ab der 32. Schwangerschaftswoche sollte eine Untersuchung im Abstand von 14 Tagen erfolgen.
  • Die Kosten dieser Untersuchungen übernimmt die Krankenkasse, auch die Praxisgebühr ist nicht fällig. Außerdem muss der Arbeitgeber eine berufstätige Schwangere für die Zeit der Vorsorgeuntersuchung von der Arbeit freistellen.

Vielfältige Untersuchungen

  • Beim ersten Besuch weist der Gynäkologe die Schwangerschaft durch Laboruntersuchungen nach. Dann befragt der Frauenarzt die Schwangere über frühere Erkrankungen sowie körperliche und seelische Belastungen. Der Gynäkologe stellt fest, ob die Schwangerschaft für das Kind oder die Mutter ein besonderes Risiko darstellt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Mutter zuckerkrank ist oder einen zu hohen Blutdruck hat. Danach stellt der Arzt den Mutterpass aus: ein kleines, blaues Heft, in das er alle wichtigen Informationen zur Schwangerschaft und Geburt, den berechneten Geburtstermin sowie die Ergebnisse der weiteren Vorsorgeuntersuchungen einträgt. Die Schwangere sollte diesen Pass immer bei sich tragen, damit bei einem Notfall die erforderlichen Informationen sofort greifbar sind.
  • Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird die Schwangere gewogen, der Blutdruck wird gemessen und die Beine auf Krampfadern und Wassereinlagerungen kontrolliert. Der Urin wird untersucht, ob Eiweiß, Zucker oder Blutkörperchen darin enthalten sind, gegebenenfalls wird er auf Bakterien getestet. Auch das Blut wird regelmäßig untersucht, um frühzeitig zu erkennen, ob sich bei der Mutter Blutarmut einstellt. Der Arzt kontrolliert die kindlichen Herztöne, die Lage des Kindes in der Gebärmutter sowie Größe und Stand der Gebärmutter. Daneben kann der Arzt auch den Muttermund durch die Scheide betasten.
  • Bei einer der Blutentnahmen bestimmt der Arzt die Blutgruppe und den Rhesusfaktor der Mutter. Es folgen weitere Blutuntersuchungen, um zu erkennen, ob Infektionen wie Röteln, Syphilis oder Hepatitis B (eine infektiöse Form der Gelbsucht) bestehen oder bereits überstanden sind, sowie ein Antikörper-Suchtest. Freiwillig kann die Frau zudem einen HIV-Test vornehmen lassen.
  • Ein wichtiger Bestandteil der Vorsorgeuntersuchungen ist auch die Beratung der Schwangeren im Blick auf gesunde Ernährung, Einnahme von Medikamenten, Alkoholkonsum und Rauchen sowie über Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz. Außerdem informiert der Arzt oder die Hebamme über Möglichkeiten der Geburtsvorbereitung und der Schwangerschaftsgymnastik.

Ultraschalluntersuchung – wann und wozu?

  • Im Verlauf der Schwangerschaft sind mindestens drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen:
    • zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche
    • zwischen der 19. und 22. Schwangerschaftswoche
    • zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche
  • Dabei überprüft der Arzt, ob ein, zwei oder mehr Kinder gezeugt wurden. Er bestimmt das genaue Alter des ungeborenen Kindes, kontrolliert die Entwicklung und sucht nach körperlichen Auffälligkeiten. Treten während der Schwangerschaft Probleme auf oder bestehen Risiken, wird er die Ultraschalluntersuchungen auch häufiger durchführen.

Was ist Pränataldiagnostik?

  • In der Pränataldiagnostik (Feststellung von Krankheiten vor der Geburt) sucht der Arzt nach familiär vererbten Krankheiten, nach Fehlbildungen des ungeborenen Kindes sowie nach Auffälligkeiten an den Chromosomen. Diese speziellen Checks gehören nicht zu den normalen Vorsorgeleistungen. Der Arzt muss die Schwangere jedoch über diese Untersuchungen informieren, wenn die Risiken für bestimmte Krankheiten bei ihr steigen, etwa wenn sie älter ist als 35 Jahre. Dann kann sie selbst entscheiden, ob sie diese Untersuchungen wünscht.
  • Es kann beispielsweise ein Triple-Test durchgeführt werden, der Hinweise darauf gibt, ob bei dem Kind das Down-Syndrom oder ein offener Rücken (medizinisch Spina bifida) zu erwarten sind. Während der ersten Ultraschalluntersuchung kann der Arzt die Dicke der Nackenfalte beim Kind messen, die auf genetische Veränderungen hinweisen kann. Der Feinultraschall im 6. Schwangerschaftsmonat sowie eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) gehören ebenfalls nicht zu den routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen.

Jeder Schwangeren stehen in regelmäßigen Abständen kostenlose Vorsorgeuntersuchungen zu. Diese sollte sie unbedingt wahrnehmen, damit gesundheitliche Risiken für Mutter oder Kind schnell entdeckt werden.