Wann ist welche Verhütungsmethode sinnvoll?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Verhütungsmethoden, die – abhängig von der jeweiligen Lebenssituation und dem Gesundheitszustand der Paare – eingesetzt werden können.

Natürliche Verhütung unter Verzicht auf Hormonen?

Die bekannteste natürliche Verhütungsmethode ist die sogenannte Temperaturmethode. Diese Methode ist zeitaufwendig (stets zur gleichen Zeit mit gleichem Thermometer mit der gleichen Methode messen) und unsicher, da verschiedene Einflussfaktoren die Körpertemperatur der Frau verändern können (z.B. leichte Infekte). Diese Methode bietet keine hohe Verhütungssicherheit.

Mechanische Verhütungsmethoden mit Restrisiko

Mechanische Verhütungsmethoden sind Präservativ, Diaphragma und Portiokappe.

Alle verhindern das Eindringen der Spermien in die Gebärmutter. Präservative (Kondome) verhindern zugleich auch die Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Alle Methoden sind aufgrund von möglichen Anwendungsfehlern weniger sicher als hormonelle Verhütungsmethoden. Wer unregelmäßig Geschlechtsverkehr hat, wird an diesen Methoden schätzen, dass eine Verhütung nur bei Bedarf – und ohne hormonelle Belastung – erfolgt.

Langfristig bzw. dauerhafte Verhütung gesucht?

Wer langfristig bzw. dauerhaft verhüten möchte, kann – insbesondere wenn die Familienplanung bereits abgeschlossen ist – die Sterilisation wählen. Diese kann sowohl bei der Frau als auch beim Mann operativ durchgeführt werden. Es handelt sich dabei jeweils um einen kleineren Eingriff. Der größte Nachteil dieser Methode liegt wohl in der Tatsache, dass die einmal durchgeführte Sterilisation nur schwierig wieder rückgängig gemacht werden kann.

Wer vor einer Sterilisation zurückschreckt kann als längerfristige Methoden wählen zwischen:

  • Hormonimplantaten (bis zu 3 Jahren wirksam, hohe Sicherheit, hormonelle Nebenwirkungen möglich)
  • Hormonspirale (bis zu 5 Jahren wirksam, hohe Sicherheit; alle 6 Monate Ultraschall-Kontrolle)
  • 3-Monatsspritze (gute Sicherheit, aber Hormonunverträglichkeiten möglich)

Flexible Verhütung mit hoher Sicherheit

Frauen und Paare, die eine zeitlich begrenzte Verhütung mit hoher Sicherheit suchen, werden häufig zur Pille greifen. Hier erfolgt die Verhütung auf hormoneller Basis. Eine sehr hohe Sicherheit vor Schwangerschaften wird erreicht. Dabei werden unterschiedliche Arten von „Pillen“ angeboten, die sich hauptsächlich in der hormonellen Zusammensetzung und in der Dosierung unterscheiden. Das Gespräch mit dem Gynäkologen kann zeigen, welche Pille die geeignete für die Frau ist.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit mittels eines vaginal eingelegten Ringes sicher zu verhüten (sog. Verhütungsring). Ähnlich wie bei der Pille werden Hormone freigesetzt die eine Schwangerschaft mit hoher Sicherheit verhindern. Der Ring wird einmal im Monat für 21 Tage vaginal eingelegt. Fragen Sie dazu Ihren Gynäkologen.

Unterschiedliche Verhütungsmethoden ermöglichen es Frauen und Paaren heute, die Verhütung auf die jeweilige Lebenssituation und spezielle Anforderungen abzustimmen. Sinnvoll ist es, das Gespräch mit dem Gynäkologen zu suchen, um die wirklich geeignetste Methode auszuwählen.

Stand: August 2012