Was ist ein Kaiserschnitt?

Der Kaiserschnitt ist eine Operation, mit der ein ungeborenes Kind auf die Welt geholt wird. Das Baby geht dabei nicht den natürlichen Geburtsweg durch die Scheide, sondern der Bauch der Schwangeren wird mit einem Schnitt geöffnet. Der Arzt kann das Baby dann aus der Gebärmutter holen. In Deutschland wird jedes dritte bis vierte Kind per Kaiserschnitt geboren.

Viele Gründe

  • Es gibt verschiedene Anlässe für einen Kaiserschnitt. Bereits einige Zeit vor dem errechneten Geburtstermin kann der Arzt unter Umständen feststellen, dass eine Geburt auf natürlichem Weg unmöglich oder besonders erschwert ist. Dies ist der Fall, wenn:
    • das Becken der Mutter zu klein bzw. der Kopf des Babys zu groß ist
    • der Mutterkuchen (Plazenta) vor dem Muttermund liegt und diesen verschließt
    • bereits Operationen an der Gebärmutter stattgefunden haben
    • das Kind so in der Gebärmutter liegt, dass eine natürliche Geburt nicht möglich ist
    • das Ungeborene erkrankt ist
    • die Mutter schwer erkrankt ist
    • die Mutter mit HIV infiziert ist. Je nach Status wird hier zu einem Kaiserschnitt geraten. In manchen Fällen ist aber auch die Geburt auf normalem Entbindungsweg möglich.
  • Auch wenn die Wehen bereits eingesetzt haben, kann kurzfristig während der Geburt die Entscheidung für einen Kaiserschnitt nötig werden. Dies ist der Fall, wenn:
    • ein Geburtsstillstand eintritt
    • die Geburt sehr lange andauert und die Mutter völlig erschöpft ist
    • bei der Mutter Komplikationen auftreten, beispielsweise Fieber, wenn die Gebärmutter einreißt oder der Mutterkuchen sich vorzeitig ablöst
    • beim Kind Komplikationen auftreten, beispielsweise wenn die Herztöne abfallen oder die Nabelschnur sich verklemmt

Wie läuft ein Kaiserschnitt ab?

  • Für einen Kaiserschnitt erhält die Schwangere in der Regel eine örtliche Betäubung (Spinal- oder Peridualanästhesie, PDA). Sie ist dann während der Operation bei vollem Bewusstsein, verspürt aber keine Schmerzen. Üblicherweise wird eine Vollnarkose nur bei großem Zeitdruck vorgenommen, beispielsweise, wenn ein Notfall eintritt. Der Arzt setzt den Bauchschnitt horizontal an der Schamhaargrenze, sodass die Narbe später auch beim Tragen eines Bikinis nicht zu sehen ist. Dann schneidet er die einzelnen Schichten der Bauchdecke durch. Sobald die Gebärmutter aufgeschnitten ist, holt er das Baby heraus und legt es einer Kinderkrankenschwester in den Arm. Die Mutter kann dann ihr Kind sehen. Während der Arzt den Mutterkuchen aus der Gebärmutter löst und die einzelnen Bauchschichten wieder vernäht, versorgt in der Regel der Vater das Neugeborene gemeinsam mit der Hebamme.

Und nach der Operation?

  • Ist der Kaiserschnitt beendet, bleibt die Mutter noch etwa zwei Stunden im Kreißsaal zur Überwachung. Während dieser Zeit kann sie ihr Kind das erste Mal auf die Brust legen, es stillen und Kontakt zu ihm aufnehmen. Anschließend wird sie auf die Wochenbettstation verlegt. Für den Wundschmerz gibt es verschiedene Medikamente, die auch eine stillende Mutter einnehmen kann. Meist können Mutter und Kind das Krankenhaus nach einigen Tagen (meist 4 bis 5 Tage) wieder verlassen.
  • Nach einem Kaiserschnitt bildet sich die Gebärmutter oft etwas langsamer zurück als nach einer normalen Geburt. Der Wochenfluss hält etwas länger an, ist aber nicht ganz so stark

Ein Kaiserschnitt ist eine Operation, bei der der Bauch der Schwangeren vom Arzt geöffnet wird, um das Kind auf diesem Weg herauszuholen. Er kann bereits vor der Geburt geplant werden. Manchmal ist es aus medizinischen Gründen nötig, bei einer normal begonnen Geburt einen Kaiserschnitt durchzuführen.

Stand: August 2011